Das Modalverb „müssen“ wird im Deutschen nicht nur dazu verwendet, eine Notwendigkeit auszudrücken („Du musst das tun“), sondern kann auch zum Ausdruck einer starken Vermutung gebraucht werden:
Er muss der Dieb sein.
Diese Art der Verwendung des Modalverbs „müssen“ nennt man auch den „subjektiven Gebrauch“, weil die sprechende Person ihrer Einschätzung eines Sachverhalts Ausdruck gibt.
Im Japanischen wird zum Ausdruck einer starken Vermutung nicht die „-nakereba narimasen“-Form benutzt. Vielmehr gibt es mit „ni chigai nai“ eine eigene Konstruktion:
kare ga dorobo ni chigai nai. かれがどろぼうにちがいない。
Enthält der Ausdruck des Sachverhalts, über den die starke Vermutung geäußert wird, ein Verb, dann steht dieses in der sog. Wörterbuchform vor „ni chigai nai“:
kimi ha onaka ga suite iru ni chigai nai. きみはおなかがすいたにちがいない。
Du musst hungrig sein.