Ausdruck deutscher Nebensätze im Japanischen III: Finalsätze

Februar 24, 2008

Mit Finalsätzen erklärt man den Zweck einer Handlung. Im Deutschen bildet man einen finalen Nebensatz mit der Konjunktion “damit” oder mit der Konstruktion “um zu” + Infintiv.

[Um Japanisch sprechen zu lernen], besuche ich einen Sprachkurs.

Ich besuche ich einen Sprachkurs, [damit ich Japanisch sprechen lerne].

Die Konstruktion mit “um zu” kann man nur dann benutzen, wenn Haupt- und Nebensatz das gleiche Subjekt haben.

Im Japanischen drückt man einen Zweck mit der Partikel “tameni” aus.

[nihongo wo shaberukoto wo narau tameni] gogaku-koushuu ni ikimasu.

〔にほんごをしゃべることをならうために〕 ごがくこうしゅうにいきます。

Die Partikel “tameni” wird jedoch nicht ausschließlich zur Bezeichnung eines Zwecks verwendet, sondern bedeutet allgemein “wegen”. Ist die Bezugsgröße dabei ein Nomen, dann wird die Partikel “no” ergänzt.

gakusei-tachi wa [shiken no tameni] benkyou wo shimasu.

がくせいたちは 〔しけんのために〕 べんきょうをします。

Die Studenten lernen [wegen der bevorstehenden Prüfung].


Ausdruck des subjektiven Gebrauchs von Modalverben im Japanischen I: müssen

Februar 23, 2008

Das Modalverb “müssen” wird im Deutschen nicht nur dazu verwendet, eine Notwendigkeit auszudrücken (“Du musst das tun”), sondern kann auch zum Ausdruck einer starken Vermutung gebraucht werden:

Er muss der Dieb sein.

Diese Art der Verwendung des Modalverbs “müssen” nennt man auch den “subjektiven Gebrauch”, weil die sprechende Person ihrer Einschätzung eines Sachverhalts Ausdruck gibt.

Im Japanischen wird zum Ausdruck einer starken Vermutung nicht die “-nakereba narimasen”-Form benutzt. Vielmehr gibt es mit “ni chigai nai” eine eigene Konstruktion:

kare ga dorobo ni chigai nai.  かれがどろぼうにちがいない。

Enthält der Ausdruck des Sachverhalts, über den die starke Vermutung geäußert wird, ein Verb, dann steht dieses in der sog. Wörterbuchform vor “ni chigai nai”:

kimi ha onaka ga suite iru ni chigai nai.  きみはおなかがすいたにちがいない。

Du musst hungrig sein.


Ausdruck deutscher Nebensätze im Japanischen II: Kausalsätze

Februar 23, 2008

Um einen Grund für einen Sachverhalt im Hauptsatz auszudrücken, benutzt man im Deutschen einen Nebensatz, der mit den Konjunktionen “weil”, “da”, “zumal” oder “umso mehr als” eingeleitet wird. Dabei kann der Nebensatz entweder dem Hauptsatz vorangestellt

(1) [Weil es schneit], fahre ich nicht mit dem Fahrrad.

oder nachgestellt sein:

(2) Ich esse nichts mehr, [weil ich satt bin].

Im Japanischen wählt man je nach Position des verursachenden Sachverhalts andere Konjunktionen.

(1) Ist der verursachende Sachverhalt nachgestellt, benutzt man nasenara … kara:

mou tabemasen, nasenara onaka ga ippai dakara desu.

もうたべません、なぜならおなかがいっぱいだからです。

Die Partikel “kara” steht direkt hinter dem verursachenden Sachverhalt.

(2) Ist der verursachende Sacheverhalt vorangestellt, gibt es zwei Ausdrucksmöglichkeiten:

(a) no de – Form:

[yuki ga futte iru no de], jitensha ni norimasen.

〔ゆきがふっているので、〕 じてんしゃにのりません。

(b) tameni-Form:

[yuki ga futte iru tameni], jitensha ni norimasen.

〔ゆきがふっているために、〕 じてんしゃにのりません。

[wird fortgesetzt]


Ausdruck deutscher Nebensätze im Japanischen I: Relativsätze

Februar 23, 2008

Im Deutschen gibt es zwei syntaktische Möglichkeiten, eine Bezugsgröße näher zu beschreiben:

(1) den Relativsatz

Der Mann, [der Sushi isst], ist dick.

(2) die Partizipialkonstruktion

Der [Sushi essende] Mann ist dick.

Im Japanischen gibt es hingegen nur eine Möglichkeit zur näheren Beschreibung einer Bezugsgröße, die der Partizipialkonstruktion im Deutschen sehr ähnlich ist.

[sushi wo tabete iru] otoko no hito wa futotte imasu.

〔すしをたべている〕 おとこのひとはふとっています。

Auch hier steht das Verb vor dem Nomen, allerdings nicht wie im Deutschen als Partizip, sondern in der sog. Wörterbuchform. Ein weiteres Beispiel mit der Kopula “desu”:

kochira wa [kurarinetto wo jouzu ni huku] tomodachi desu.

こちらは 〔クラリネットをじょうずにふく〕 ともだちです。

Das ist der Freund, [der sehr gut Klarinette spielt]. / Das ist der [sehr gut Klarinette spielende] Freund.

Wie im Deutschen muss die Bezugsgröße nicht unbedingt Subjekt des Satzes sein:

watashi wa [takusan kasegu] kaishain wo shitte imasu.

わたしは 〔たくさんかせぐ〕 かいしゃいんをしっています。

Ich kenne einen Angestellten, [der gut verdient]. / Ich kenne einen [gut verdienenden] Angestellten.

[wird fortgesetzt]